freie Improvisation
Waschtag
eine installation mit metallobjekten und transducern, ein improvisierendes trio mit elektrischer gitarre, violoncello und grosser trommel. das geschehen entwickelt sich vom immersiven raumklang zur kontrastreichen dynamischen improvisation.
das projekt verbindet verschiedene kuenstlerische gestaltungsebenen: visuelle und raeumliche konzepte, ortsspezifisches arbeiten, objets trouves, interaktive elemente, elektronische klaenge sowie experimentelle formen der klangerzeugung. alle diese mittel verweisen auf das hoeren als archaisches erlebnis und vieldimensionalen moeglichkeitsraum. der weg des hoerens fuehrt von einer kontemplativen situation mit lang nachhallenden, liegenden klaengen und langsamer bewegung ueber einen allmaehlichen prozess der aktivierung und beschleunigung in einen mobilen zustand der direkten kommunikation, der kontraste und unerwarteten wendungen.
die installation: mehrere linien durchschneiden den raum, auf dem fussboden und in der luft, ohne ruecksicht auf die gewohnten wege. an einer waescheleine haengen und am boden liegen vielgestaltige metallobjekte, auf denen sich das licht schimmernd spiegelt und durch sie hindurch bizarre schatten an die wand wirft. die haengenden objekte eroeffnen ungewohnte sicht- und hoerachsen. sie werden durch koerperschallwandler angeregt, die instrumentenklaenge und umweltgeraeusche abspielen, und schwingen mit ihnen mit. der gesamte raum wird zum immersiven resonanzraum aus klang, bild, licht und schatten, realitaet und imagination.
im konzert werden die objekte parallel zur klangprojektion als instrumente gespielt und mit dem installationsklang gemischt. der strom von sich veraendernden klaengen wandert von den haengenden, nachklingenden zu den liegenden, gedaempften instrumenten, der klang wird trockener, das geschehen dynamischer. die performance geht allmaehlich in eine kammermusikalische situation ueber, mit einem trio aus cello, grosser trommel und elektrischer gitarre. die installation verstummt und macht platz fuer schnelle aktionen und ploetzliche veraenderungen. der raum zieht sich um die musiker:innen herum zusammen und ermoeglicht naehe und intimitaet in der improvisation.
Besetzung
elisabeth flunger | metallobjekte + grosse trommel
alexander babikov | elektrische gitarre + computer
michael moser | violoncello + computer
Alexander Babikov: geboren am 9. Juni 2005 in moskau. lebt + arbeitet in wien als freischaffender komponist, klangkuenstler, improvisationsmusiker + klangregisseur. musikalische auffuehrungspraxis im bereich der computermusik sowie, vorwiegend in improvisatorischen zusammenhaengen, an der [elektrischen] gitarre. kuenstlerischer schwerpunkt auf ortsspezifischen + konzeptuellen ansaetzen in der musik.
Elisabeth Flunger: Schlagzeugerin, Komponistin, Performerin und Klangkünstlerin, stammt aus Südtirol und lebt in Wien. Sie arbeitet viel mit Metallobjekten, die sie in Installationen, in Performances und als Musikinstrumente verwendet. Andere Themen ihrer Arbeit sind die Interaktion mit dem Publikum, der Zufall, der Tinnitus und die militärische Vergangenheit der Schlagzeugs.
Michael Moser ist Cellist, Komponist und Klangkünstler. Er ist nicht nur ein anerkannter Interpret neuer Musik, in Zusammenarbeit mit Ensembles und als Solist, sondern arbeitet auch als Improvisator und ist Mitbegründer des Ensembles Polwechsel. Zahlreiche Stücke für Cello solo wurden für ihn komponiert. Als Klangkünstler beschäftigt er sich mit Klang im Raum und mit ortsspezifischen Installationen.

